Genauso habe ich Charlotte und Emilie kennengelernt, 2 franzoesische Maedels, die auf der "Isle of Arran" Franzoesisch unterrichten. Ich muss wohl irgendwie einen ziemlich guten Eindruck hinterlassen haben, da es ueberhaupt nicht lange gedauert hat, bis die beiden mich zu ihrer Insel eingeladen haben.
Natuerlich habe ich da nicht nein gesagt, bin am naechsten Tag sofort zu unserem Touri-Info-Center gegangen und hab mich ueber die kuerzesten Verkehrsverbindungen informiert. Ich musste mal wieder zunaechst den Bus nach Glasgow nehmen, von wo aus ich dann in einen Zug zur Hafenstadt Ardrossen umstieg. Danach lag nur noch eine Fahrt mit der Faehre vor mir...dazu aber spaeter.
Vorher muss ich euch noch erzaehlen, dass ich am Tag vor der Reise Fionas Geburtstag gefeiert habe. Boah, ihr glaubt nicht, wie besoffen ich war, hab ein Drink nach dem anderen ausgegeben bekommen. :) Die Nacht war auf jeden Fall großartig, das Dumme war nur, dass ich mich am naechsten Morgen um halb 7 aus dem Bett quaelen musste, damit ich den verdammt fruehsten Bus nach Glasgow nicht verpasse. Ihr koennt euch sicherlich vorstellen, wie schwer es mir gefallen ist, mich nach nur 3 Stunden Schlaf und mit reichlich Restalkohol im Blut aufzuraffen. Aber irgendwie hab ich es geschafft. Wenigstens konnte ich auf der Busfahrt ein wenig Schlaf nachholen.
Ich hatte absolut keinen Plan, wo genau der Bahnhof in Glasgow ist, weswegen ich mich - voellig verschlafend und unter Zeitdruck - erstmal auf die Suche begeben musste. Aber die Stadt Glasgow is voller hilfsbereiter, netter Menschen (jo, man mags kaum glauben) und es hat nicht lange gedauert, bis ich sogar einen Begleiter zum Bahnhof gefunden habe. WOW!!!
Nach ungefaehr 10 Minuten war ich dann da, mitten im riesengroßen Bahnhof. Da mein Zug schon in wenigen Minuten losfuhr, besorgte ich mir schnell ein Ticket und rannte zu meinem Bahnsteig. Die Zugfahrt war toll, die Sitze waren bequem und die Konversation mit meinen 2 weiblichen Sitzpartnern war auch recht interessant. ^^
Wenn man aus dem Fenster schaute, konnte man staunen, wie flach Schottland doch sein kann, ueberall gabs Felder und kleine Staedte an denen wir vorbeifuhren. Nach ca. einer Stunde konnte ich dann das Meer sehen, ich war am Ardrossen Hafen angekommen und die Faehre wartete schon auf neue Passagiere. Ich hatte uebrigens richtiges Glueck mit dem Wetter, man konnte alle Inseln schon vom Festland sehen, was, wie ich gehoert habe, zu dieser Jahreszeit eine Seltenheit sein soll.
An Bord der Faehre, kaufte ich mir einen Kaffee und wartete darauf, das Festland endlich zu verlassen. Aufeinmal tippte mir jemand auf die Schulter, ich drehte mich um und sah Charlotte und Emilie wieder. Koennt ihr euch vorstellen, dass ich erleichtert war? Auf der ganzen Reise hatte ich das ungute Gefuehl, dass ich vielleicht alleine bleiben wuerde, dass mich die beiden Maedels vielleicht versetzten wuerden und ich ohne Unterkunft auf einer kleinen schottischen Insel festsitzen wuerde. Zum Glueck ist dies nicht geschehen und ich schloss beide in den Arm und gab ihnen ein Kuesschen auf die Wange, wie es in Frankreich ja ueblich ist.
Jedesmal wenn ich mit einer Faehre fahre, fuehle ich mich so, als wenn ich Urlaub machen wuerde, und als wir austiegen, kam es mir echt so vor. Es war unglaublich warm, wir hatten blauen Himmel und das kleine Dorf auf der Insel war einfach malerisch. Wir gingen zunaechst zu einem Supermarkt, um Essen fuer den Abend zu kaufen. Es gab Huehnchen mit Reis und einer leckeren kantonesischen Sosse. Da Chorlotte und Emilie jedoch auf der anderen Seite der Insel leben, mussten wir wieder zum kleinen Busbahnhof zurueckkehren. Ihr koennt euch sicherlich denken, dass die Busse dort nicht ganz so regelmaessig fahren, wie in einer Grossstadt und natuerlich hatten wir Pech, unser Bus ist ohne uns gefahren. Jedoch war dies kein wirkliches Problem, Charlotte meinte, dass die meisten Menschen hier total nett seien und wir einfach trempen sollten. Ich fands unglaublich, wir haben nur 5 Minuten gewartet und schon hielt ein Auto fuer uns an. Die Frau im Auto brachte uns dann sogar direkt zu Charlottes und Emillies Haus. Ich war sprachlos...

Nach einem kurzen Aufenthalt bei ihnen zu Hause - wir mussten ein wenig Gepaeck los werden - haben wir uns dann auch schon wieder auf den Weg gemacht. Die beiden wollten mir ihr kleines Dorf zeigen, welches direkt am Meer liegt. Es war echt wunderschoen, ich war beeindrueckt und haett sofort mir ihnen getauscht...screw Fort William... ;)
Wir haben uns nach dem laengeren Spaziergang dann in einer kleinen Teestube ausgeruht. Die Atmosphaere war so schoen dorfidyllisch, jeder kannte anscheinend jeden, wie in einem kleinen "Tante-Emma-Laden". Ich muss sagen, dass mir das Dorfleben auf jeden Fall gefaellt und ich wuerde es ganz klar dem Großstadtleben vorziehen.

Als es dann so langsam dunkel wurde sind wir wieder zu ihnen nach Hause gegangen. Wir haben gemeinsam unser Dinner gekocht und es mit einer Dose Bier genossen. Danach haben wir uns noch etwas unterhalten, jedoch waren wir zu muede und sind dementsprechend frueh ins Bett gegangen...zum schlafen natuerlich...versteht sich. ^^
Am naechsten Tag haben wir die Insel weiter erkundet. Emillie und Charlotte wollten mir unbedingt die unberuehrte Natur der Isle of Arran zeigen. Und ich muss sagen, ich hab es total genossen. Vieles war einfach atemberaubend, man musste wirklich manchmal stehenbleiben und sich die Augen reiben....Vielleicht bringen die Bilder ja einige Impressionen rueber...
Nach einem gemeinsamen Essen in einem Restaurant mussten wir uns leider schon Verabschieden, meine Faehre fuhr naemlich schon um 2 Uhr.
Demnaechst werde ich noch viel mehr Gaesten meine Nummer geben, wer weiß, wo mich die Reise das naechste mal hinfuehrt...
Machts gut, euer Mike